Hängt sie

Mittwoch, September 16, 2009 / von Danielson / Kommentare (0)

In der Münchner S Bahn wird ein Mann totgeschlagen. Hat jeder mitbekommen, nichts neues. Neu sind die Forderungen verschiedener Politiker bzw. Gruppierungen. Eine Zusammenfassung:
  • Brigitte Zypries (SPD): "Ich lehne härtere Strafen ab"
  • Frank Walter Steinmeier (SPD): "Mehr Polizei in Bahnhöfen"
  • Deutscher Richterbund: "Schärfere Gesetze sind unsinnig und überflüssig"
  • Polizeigewerkschaft: "Massive Aufstockung von Polizei in S und U Bahn"
Kaum zu glauben das keiner nach Totalüberwachung schreit ? Ist doch so ein Anlass ein immer wieder beliebter Grund um noch mehr Kameras, noch mehr Überwachung an öffentlich zugänglichen Plätzen einzuführen. Zu früh gefreut - nicht zu vergessen ist die Law & Order Partei:
  • Joachim Herrmann, CSU: "Lückenlose Videoüberwachung, Höchsstrafe für Jugendtäter von 10 auf 15 Jahre anheben"
  • Uwe Schünemann, CDU:  "Mehr Videoüberwachung"
  • Peter Ramsauer, CSU: "Die SPD hat eine Verschärfung des Jugendstrafrechts verschlafen, daher mache ich das jetzt zum Wahlkampfthema"
  • Angela Merkel, CDU: "Wir müssen alle aufmerksam und wachsam sein"
Wer solchen Politikern, die kurz nach der Tat mit Forderungen nach härteren Strafen Wahlkampf betreiben, seine Wählerstimme schenkt ... nun ja lassen wir das. In jedem Fall beweist es mal wieder aufs neue das die CSU eine populistische Partei ist und das Angela Merkel, anstatt Stellung zu beziehen, erstmal lieber nichts sagt und mal schaut, in welche Richtung die Mehrheit tendiert. Sie sprach von Zivilcourage - von Aufmerksamkeit und Wachsamkeit. Das ist wichtig. Schön wäre es allerdings gewesen, wenn Sie Ihre Parteikollegen den Fingerzeig in die richtige Richtung gegeben hätte, in jene, die auch beim TV-Duell auf der Strecke blieb. Bildung und Erziehung - die wohl einzige echte Ursache für solche eine Tat. 
Der Wiesbadener Kurier hat vor kurzem solch eine Situation nachgestellt. In vier verschiedenen Fällen wurde getestet, wie die Passanten auf Gewalt in der Öffentlichkeit reagieren. Zuerst fande ich die Aktion zumindest fragwürdig, jedoch: ein Schaden für die Passanten entsteht nicht, im Gegenteil, ich könnte mir durchaus vorstellen das hierbei ein Lerneffekt entsteht. Bei den Tests waren Mitarbeiter der Kripo Wiesbaden beteiligt. Egal was jeder zu wissen glaubt - erst im Ernstfall zeigt sich, wie man reagiert und was für ein Risiko man bereit ist einzugehen. Hier eines der entstandenen Videos:



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Die Hesse komme

Donnerstag, Januar 15, 2009 / von Danielson / Kommentare (0)

Am Sonntag den 18. Januar ist es soweit in Hessen, die Landtagswahlen stehen (wieder einmal) vor der Tür. Seit Wochen wird auch in Wiesbaden Wahlkampf gemacht, zumeist mit Wahlplakaten die dem Stimmberechtigten zeigen, wie zuverlässig und felsenfest die Parteien mit Ihren Wahlversprechen umgehen werden. Laut der CDU "braucht Hessen in Zeiten wie diesen Kompetenz und Klarheit" und Roland Koch, der ehemalige knallharte Aufräumer, wird als sympathischer Manager dargestellt, der hält was er verspricht. Auch die FDP hüpft auf dem Ypsilanti Desaster herum - "Unser Wort gilt". Es wird also jetzt, kurz vor der Wahl, der letzte Tropfen Profit aus dem gebrochenen Wahlversprechen der Frau Ypsilanti gequetscht. Aber sollte das Einhalten von Aussagen und Verprechen an den Wähler nicht selbstverständlich sein ? 
Ein wichtiges Thema in Hessen ist immer wieder der Ausbau des Frankfurter Flughafen. Die CDU und die FDP stehen hierbei ganz klar für den Ausbau des Fraport, in Kombination mit einem Nachtflugverbot. Wobei dieses Nachtflugverbot mit einer Ausnahme von lediglich 17 Flügen zwischen 23 und 5 Uhr vorsieht. Das wären dann lächerliche 3 Flüge pro Stunde, die einem die Nachtruhe versüßen. SPD, Grüne und Linke sehen im Falle einer Erweiterung die Stimme äääää die Gesundheit der Anwohner und die Umwelt in zu starker Bedrängnis. Eine Übersicht über die Ziele aller Kandidaten / Parteien findet man auf den Seiten der FAZ
Bei einem meiner Streifzüge durch das busverseuchte Wiesbaden (nein, wir wollen hier keine Straßenbahn, die leiser, pünktlicher, umweltschonender und auch noch komfortabler wäre, mit freundlichen Grüßen an die CDU) habe ich ein Wahlplakat gefunden bei dem ich mir im ersten Augenblick nicht ganz sicher war, ob das nun ein Gag sein soll oder ernsthaft gemeint ist, das Wahlplakat der "BüSo". Diese kleine Partei, welche bei der letzten Landtagswahl sagenhafte 0,01 % der Stimmen erreichte, fordert den Transrapid für Hessen ("500 km Strecke = 10 Milliarden € Kosten = 250.000 Arbeistplätze"). Nun ja. Ob man ein "neues  Wirtschaftswunder durch Aufbau der Welt" erreicht, wie es auf dem Plakat ausgdrückt wird, wage ich mal zu bezweifeln. Trotzdem hab ich mir vorgenommen, meine kostbare Stimme nicht von der allgemeinen Welle tragen zu lassen, gerne darf es auch eine Partei sein die belächelt wird. Wenn Sie denn nur dazu beiträgt, Kandidaten in den Landtag zu bringen, welche weder Profilierungsgeil noch einer mächtigen Lobby verpflichtet sind. "Belächelt" wurden die Grünen früher auch. 
Daher ein Appell an alle wahlberechtigten - wer seine Wahlbenachrichtigung im Flur vergammeln lässt, verliert jegliches Recht den gewählten Landtag zu kritisieren. Demokratie funktioniert nur mit einer Wählerschaft die sich als mündig erweist und wird durch Menschen die Sätze formulieren wie "im Fernsehen haben sie sowieso gesagt das . . ." mehr und mehr ausgehöhlt und sicher nicht besser. Politik mag für viele ein untransparentes, verlogenes Geschäft sein, durch eine Enthaltung der Stimme wird man aber nichts ändern.  Informieren und wählen !



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Situation Mainz & Wiesbaden zum Thema "FINAAAAALE"

Donnerstag, Juni 26, 2008 / von Danielson / Kommentare (1)

Das deutsche Spiel: ein wenig halbherzig und doch jede todsichere Chance im türkischen Kasten versenkt. Sehr effizient. Die englische "Sun" titelt:
"But this was the moment when Joachim Low’s team lived up to the historic name of their team — Die Mannschaft. The Team. While the Swiss, the Czech Republic and even the redoubtable Croatians folded and handed in their cards, the Germans — as Germans do — dug in. And then revealed a last trick up their sleeve..... ...how typically, horribly, wonderfully German"
Eine andere Art von Effizienz konnte man nach dem Spiel in der Mainzer Innenstadt beobachten. Ein große Horde Fans, deutsch wie türkisch, mit Fahnen, Fanfaren, Trommeln und Alkohol bewaffnet, zog friedlich über die xxx straße, bis die Endstation erreicht war. Die Polizei hatte in der rheinland-pfälzischen Hauptstadt eine andere Strategie wie jene in Wiesbaden. Das bedeutet: Ganz arg bös guckende, gepanzerte (Schuhe/Schienbein/Brust/Helm) blaue Männchen, welche sich fein säuberlich in einer Reihe, flankiert vom Blaulicht verschiedener Einsatzfahrzeuge, den freundschaftlich gesinnten Fanlagern gegenüberstellte. Damit war deren Marsch erstmal zu Ende. Hinter den Fans, 200 Meter weiter die nächste Barrikade, die gleiche Aufstellung mit einem Sprinter im Hintergrund, welcher eine Kamera hoch über dem Dach ausgefahren hatte. Das muss die "Taktische Einatzleitung" sein, war unsere fachmännische Analyse. Die Fans waren demnach eingeschlossen, bis auf seitliche Gassen war die Polizei im Weg. Geiles Gefühl für die Schlachtenbummler. Fördert ebenso eine friedliche Atmosphäre und sichert gute Laune.
Ein Slogan der Polizei des Landes Baden-Württemberg: "Bürgernähe führt uns zum Erfolg"
Hmh. Joar.
Das sah alles ganz hübsch und aufregend aus. Nur hab ich mir immer wieder die Frage gestellt - wieso eigentlich ? Die Fans waren friedlich - recht Laut eben, einige Knallkörper wurden abgefeuert aber das wars dann auch. Die Kulisse die diesen Hollywood reifen Polizei Aufmarsch jedoch bot, tauchte die ganze Sache für die Anwesenden in ein ganz anderes Licht. Aggressiv sah das ganze aus. Insbesondere als die Polizei Linie immer wieder im Gleichschritt zurück oder vormarschierte. Letztendlich sah das für mich alles nach einem übermotivierten Einsatzleiter aus (gehe mal davon aus das jener für das Vorgehen verantwortlich war) der in seiner Freizeit zuviel SWAT an der Spielkonsole gezockt hat.
Situation in Wiesbaden: Viele, sehr viele Menschen tanzen am Platz der deutschen Einheit (eine große Kreuzung), beobachtet von einigen Polzisten mit grünem Overall und Mütze. Es folgte der übliche Sitzstreik, Kreuzung blockiert, alle fandens toll und lustig und irgendwann hat sich die Menge aufgelöst. Die Polizei hat das ganze diplomatisch "betreut & überwacht" und nicht "bedroht" wie in Mainz geschehen. Irgendwie finde ich diese diplomatische Lösung in Wiesbaden besser. Eine Begleiterin hatte Ihre Digi Cam am Start in Mainz, herzlichen Dank an dieser Stelle für Bild & Video:
[ Mainz nach dem EM 2008 Halbfinale | 1280x712 pixel ]



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Connected

Montag, März 10, 2008 / von Danielson / Kommentare (0)

Nach 4 Tagen ohne Internet ist die Verbindung zum Netz wieder hergestellt. Erste Entzugserscheinungen sind durch Umzug & Einrichtung unterdrückt worden. Beiträge folgen - stay tuned.



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Wir können alles. Außer Hochdeutsch.

Dienstag, März 04, 2008 / von Danielson / Kommentare (0)

"Ein lautes und betontes "Heea !" am Anfang oder am Ende eines Satzes soll der Aussage eines Karlsruhers einen gewissen Nachdruck verleihen, hat aber sonst keinerlei Bedeutung. Wenn ein Karlsruher etwas "hebt", wird es von einem Nicht-Karlsruher "gehalten", wenn dagegen ein Nicht-Karlsruher etwas "hebt", dann "lupft" es der Karlsruher ... und noch etwas: die Einwohner von Karlsruhe und Umgebung sind "Badener". Wer sie als "Badenser" bezeichnet, oder sie gar mit den Schwaben (=Württembergern) in einen Topf wirft, wird es sehr schwer haben, ihre Sympathie jemals wieder zu gewinnen." - Das ist ein Auszug aus dieser Seite. Karlsruhe | Die älteste technische Hochschule Deutschlands steht hier und ganz nebenbei auch das höchste deutsche Gericht, das Bundesverfassungsgericht und der Bundesgerichtshof. Der Karlsruher Fächer, den die Straßen vom Schloss aus bilden und auf der Landkarte wie eine Sonne wirken, könnte man auch mit der Tatsache verbinden das die badische Hauptstadt den deutschen Temperatur Rekord mit 40,3 Grad hält. Oder 2007 satte 1691 Sonnenstunden auf dem Zähler hatte. Die 287.000 Einwohner der ehemaligen Residenz des Großherzogtums Badens genießen das in einem großzügig gestalteten Schlosspark, der in heißen Sommern reichlich Schatten spendet. Die umliegenden Baggerseen machen den Sommer hier auf jeden Fall lebenswert und auch wenn es eine provinzielle Großstadt ist, so werde ich Karlsruhe wohl auch in Zukunft als einer der Städte meiner Wahl in Deutschland nennen. Trotzdem zieht es mich nach Wiesbaden zum Studium und ich bin sehr gespannt was mich in der hessischen Landeshauptstadt, gleich neben Frankfurt am Main, erwartet. Die jährliche Anzahl von Sonnenstunden beträgt hier respektable 1560 - und das ist doch schonmal ein Anfang ^^



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