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Dienstag, September 22, 2009 / von Danielson / Kommentare (0)

Das Jahr ist noch lange nicht vorbei. Dennoch haben wir viele neue Wörter gelernt und auch, wie man diese so verpackt das sie nicht das bezeichnen um das es geht, sondern das, was sie gerne sein würden. Vermerkelt und Versteinmeiert, sozusagen. Es gibt zahlreiche Beispiele: "Rettungsschirm", "Vorratsdatenspeicherung" "Gesundheitsfonds".... Wir beschränken uns jedoch auf die Top 3 - der bisher niedlichsten Wortspiele 2009:

1. Abwrackprämie zur Rettung Unterstützung deutscher Automobilbauer
= "Umweltprämie"

2. Der Krieg in Afghanistan mit ca. 1300 gefallenen Soldaten
= "Mission in Afghanistan" Optional zu verwenden: "Einsatz in Afghanistan"

3. Ackermanns 40.000 Euro Geburtstagsfeier im Kanzleramt
= "Besprechung im Umfeld eines Geburtstages"



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Nachschlag

Montag, September 14, 2009 / von Danielson / Kommentare (0)

Die Titanic über das gestrige TV Duell Angela Merkel vs. Frank-Walter Steinmeier:

"Viele Zuschauer fanden Frank-Walter Steinmeier gestern zur besten Sendezeit im Fernsehen deutlich besser als erwartet. Pointierter, wacher und humorvoller sei er gewesen; einzig seine Maskenbildnerin gehöre gefeuert: Die satt-gelbe Hautfarbe mache einen unnatürlichen Teint. 
Vom Zuschauer am meisten goutiert wurde Steinmeier Aktion gegen 21.16 Uhr, als er ein Schwein hervorzauberte, es an der Studio-Decke entlanglaufen ließ und dazu sang."



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Endspurt

Montag, September 14, 2009 / von Danielson / Kommentare (0)

Am gestrigen Sonntag Abend war es soweit, die Spitzenkandidaten Merkel und Steinmeier standen sich im so genannten "TV Duell" gegenüber. Wie der Name bereits ankündigte war eine Duellierung der beiden Anwärter geplant, eine klare Gegenüberstellung. Alle führenden Nachrichtenredaktionen sind sich einig - ein Duell war das gestern Abend sicher nicht. Es klingt fast schon wie eine Beschwerde im Titel der TAZ: "Yes, we gähn !". Die sueddeutsche bezeichnete es als "Duett mit zeitweiligem gegenseitigem Schulterklopfen" und Spiegel Online titelt "90 Minuten wir".
Naja. Stimmt schon. Ein richtiges Duell war das nicht. Aber wieso nicht ? Liegts an der Tatsache das beide noch immer in einer großen Koaltion stecken ? Oder etwa daran, das beide nicht der Typ Politiker für ein hartes Wortgefecht sind ? Wohl kaum. Wer in einer so großen Partei das Heft in der Hand hält, wer solch einen Aufstieg hinter sich hat - der MUSS einfach klar machen können, das buchstäblich die bessere Wahl darstellt. Mit "Schulterklopfen" wird man weder Bundeskanzlerin noch Spitzenkandidat der SPD. Schauen wir uns doch mal den Aufbau der Sendung an, den da liegt meiner Meinung nach die Ursache für das nicht vorhandene Duell...
Die Moderation
Die beiden standen vier Moderatoren gegenüber. Peter Klöppel (RTL), Maybrit Illner (ZDF), Peter Limbourg (N24/Sat1) und Frank Plasberg (ARD). Nachdem alle vier fleißig betonten, das es hier ein Duell geben soll, verhinderten sie bereits mit der Art der Fragestellung das gewünschte Wortgefecht. Wer immer wieder auf sogenannte Zeitkonten hinweist, den gefragten bereits nach dem Beginn des ersten Satzes unterbricht (Steinmeier nach der vierundreißigsten Unterbrechung: "Haben sie doch einfach Interesse für mein Argument Frau Illner..."), wer also die Kandidaten versucht zu steuern und in sein A/B Antwortschema geradezu hinein zwängt, der verhindert eine Diskussion - oder eben ein Duell - bereits im Ansatz.
Insbesondere Frank Plasberg blubberte beständig in den Argumentationsaufbau der Kandidaten hinein und versuchte krampfhaft sein "Hart aber Fair, wir-sind-das-Volk-und-wollen-das-jetzt-in-9-Sekunden-ordentlich-erklärt-haben" Schema durchzuziehen. Zwischenrufe, "Ich finde...", die Bitte um Schulnotenvergabe für Deutschland, auch das Dienstwagenthema.... wie ein Boulevardjournalist der mit seinen Peinlichkeiten sogar die hässlichste Peter Klöppel Krawatte aller Zeiten in den Hintergrund drängte. Der stocksteife Peter Limbourg sah neben Plasberg aus wie der Klassenstreber, welcher mit großen Augen zusah und sich fragte, ob das alles so optimal ist was sein Kollege da gerade treibt. Sicher muss man bei Politikern aufpassen, viele hören sich gerne selbst reden und beantworten nicht die Frage die gestellt wurde. Doch was da gestern ablief, die Problematik des nicht vorhandenen Duells und des von den Moderatoren immer wieder geforderten Klarstellung der Unterschiede, war hausgemacht und lag am Sendungsaufbau - und weniger an den Kandidaten.
Die Kandidaten
Die Kanzlerin zog ihre gewohnte Taktik durch. Abwarten, nichts sagen, dann - je nach allgemeiner Stimmung des Volkes einstimmen in jene Richtung, die sie am sympatischsten erscheinen lässt. Kein Risiko, keine Fettnäpfchen wagen. Leider funktioniert das bei einem TV Duell eher weniger. Hier ist Stellungsnahme gefragt, direkte Reaktion und Schlagfertigkeit. Sie wirkte auch leicht verloren hinter Ihrem Pult und ziemlich müde für meine Begriffe. Persönliche Angriffe auf Steinmeier unterließ sie, wie schon in den vorangegangenen Monaten. Mit wenig exakt formuliertem Inhalt und eher allgemein gut klingenden Sätzen wie "Wir müssen alle Kräfte die den Wachstum fördern bündeln und freisetzen" oder "Eine starke Union sorgt für klare Verhältnisse", versuchte sie das zu tun, was viele konservative Politiker auf dieser Welt versuchen: sie beansprucht das gut-bürgerliche, das ordentliche, das bewährte und das, was zumindes im süddeutschen Raum als "bodenständig" gilt für sich zu beanspruchen. WAS das konkret für ihre kommende Politik bedeutet - Fehlanzeige.
Der "Herausforderer" Steinmeier wirkte nicht nur aufgeräumter - er punktete auch klar und deutlich bei den wichtigen Themen. Die Frage nach Begrenzung von Managergehältern beantwortete er mit einer eindeutigen Stellungsnahme, die einzige festgelegte Position Merkels - die Steuersenkung - setze er mit einer Milchmädchenrechnung Schachmatt und bei der Frage nach dem Atomausstieg konnte er seine Überzeugung nach dessen Notwendigkeit glaubhaft darstellen. Merkel hatte hier, ausgenommen von der Wortschöpfung "Brückentechnologie" und der Unwahrheit das Atomstrom billiger sei - keine Argumente. Abgesehen von seiner nicht sehr überzeugend wirkenden Afghanistanlinie und einem kleinen Verhaspler im Schluss Statement überzeugte er auf ganzer Linie. Es könnte ihm durchaus gelingen, jene Wähler welche nun kurz davor sind auf die ungedeckten Schecks von Lafontaine und Gysi heireizufallen, für die SPD zu gewinnen.
Das Echo
Direkt im Anschluss an das 90 minütige Duell wurde zu Anne Will geschaltet. Dort saß zu ihrer rechten ein alter Bekannter den ich schon lange vermisst habe: Edmund Stoiber. Und er lief gestern Abend beinahe zu seiner Höchstform auf. Oder anders: er redete sich um Kopf und Kragen. Anstatt die von Merkel demonstrierte Geschlossenheit zu bestätigen und seiner Kanzlerin den Rücken zu stärken, analysierte er im "Ready Edi" Style wie ein neutraler Journalist das TV Duell und bescheinigte Steinmeier einen guten Job. Tiefes Stirnzunzeln von Günter Jauch und ein süffisantes Lächeln von Anne Will machten auch ihm nach einiger Zeit klar, das hier irgendetwas nicht simmt - daher wiederholte er im Anschluss mehrfach sein Lieblingswort des gestrigen Abends, das Frau Merkel LETZTENDLICH die Wahl gewinnen werde.
Dann war da noch die Sache mit den Umfragen. Es wurde zur Halbzeit eine Meinung von 600 (!!!) Beteiligten präsentiert. Das empfinde ich als geradezu fahrlässig. Auch wenn der akkorat hingebügelte Forsa Mensch mehrfach erwähnt das dies nicht die Meinung aller Wähler sei, so präsentierte er im Anschluss zahlreiche Statistiken welche auf dieser vernichtend geringen Anzahl von Anrufern basierte. Außerdem basierte die anschließende Diskussion unter Beteiligung von Stoiber, Jauch, Wowereit, Patricia Riekel - Chefredakteurin der BUNTEN (Kein Kommentar) und dem Theatermacher Claus Peymann (allein dessen Anwesenheit ist für mich ein Fragezeichen wert) genau auf diesen zuvor präsentierten Zahlen. Schlecht, sehr schlecht, ist doch die Meinung der "Allgemeinheit" und das Ergebnis von Umfragen für viele Zuschauer beeinflussender, als der Inhalt der Parteien.
Das Fazit
Trotz allem - das den Inhalten insgesamt gesehen doch die Hauptaufmerksamkeit gewidmet wurde, hätte ich nicht erwartet und das empfinde ich als sehr angenehm. Denn dadurch scheint es möglich, die Macht der Imagekampagnen zu brechen und den Trend zu einem personalisierten Wahlkampf aufzuhalten. Was letztendlich zählen sollte, ist das konkrete Programm der jeweiligen Partei - was genau soll getan werden in den nächsten Jahren. Wenn das in den nächsten zwei Wochen noch deutlicher herausgearbeitet werden wird - dann, und nur dann, wird die SPD eine realitische Chance haben eine Schwarz Gelbe Koalition UND die Märchenpolitik der LINKEN zu verhindern.



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Wahl-O-Mat

Montag, September 07, 2009 / von Danielson / Kommentare (0)

Alle Jahre wieder: Der Wahlomat vom ZDF ist wieder voll im Trend. Meiner Meinung nach kein 100 prozentiger Entscheidungsfinder, zumindest aber ist er nicht nutzlos wie vieles andere im Internet zum Thema Politik. In jedem Fall lenkt er die Aufmerksamkeit eines so manchen desinteressierten Wählers auf die Inhalte - und nicht auf das Image. 

Überarbeitet und ein wenig komfortabler als in den Jahren zuvor: Der ZDF Wahlomat



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Voll dufte

Donnerstag, September 03, 2009 / von Danielson / Kommentare (0)

Bereits letzte Woche in der Printausgabe des Spiegels zu lesen - ein Kommentar von Christoph Schwennike über die Wahlkampfpraktiken der SPD, genauer: Franz Müntefering. Bis zu diesem Artikel hab ich immer nach einem Begriff gesucht, wie man Münteferrings rhetorische Note wohl am besten zusammenfassen könnte... 

„Da muss man kein Mathematiker sein, da reicht Volksschule Sauerland, um zu wissen: Wir müssen irgendetwas machen.“ 
(am 31. Januar 2006 über die Rente mit 67)

„Milch und Honig werden nicht fließen. Gesundes Brot und ordentlicher Aufstrich werden aber da sein.“
(am 24. Oktober 2005 nach Koalitionsverhandlungen)

„Wir müssen uns jetzt darauf konzentrieren, das Spiel zu gewinnen, und nicht überlegen, mit wem wir nachher duschen gehen.“ 
(am 18. Juni 2005 auf die Frage nach einer großen Koalition)


„Die Sozialdemokratie darf in dieser Regierung nicht der Rotkreuzwagen sein, der die Schwachen aufsammelt und der verhindert, dass die Schwarzen irgendwas Schlimmes machen."
(am 18. März 2006 zur Rolle der SPD in der großen Koalition)

Das klingt nicht nach einem Bundespolitiker - diese Sätze könnten auch aus dem Mund eines Stadtrats klingen. Volksnah - allerdings schafft er es trotz der polemischen Art einen komplexen Sachverhalt kurz, trocken und trotzdem bunt auf den Punkt zu bringen. Wie ein 80er Jahre Radio DJ, der gerade das Wochenende im süddeutschen Hörfunk einläutet. So könnte man das stehen lassen. Das seltsame daran - er hat mit vielen Sätzen recht behalten, den wie es der erwähnte Artikel so schön ausdrückt: Zwischen (seiner) zugespitzten Behauptung und der Einschätzung der Leute (= Wähler) gab es einen Zusammenhang. Und so läutete Müntefering vor geraumer Zeit das Motto für den aktuellen Bundestagswahlkampf ein:

„Frau Merkel kann schonmal die Umzugskisten packen"

Ziemlich absurd sollte man da denken, wenn man sich zu diesem Zeitpunkt die Umfragewerte der SPD anschaute. Letztes Wochenende waren Landtagswahlen in Sachsen, Thüringen und dem Saarland. Die CDU verlor im Saarland 8 Sitze - in Thüringen sogar 15. Da könnte man nun auf den gedanken kommen das hier ein Trend sichtbar wird. Während sich Frau Merkel von einer Öffentlichkeitswirksamen Veranstaltung zur nächsten hangelt ("flanieren" nennt das SPD Kandidat Steinmeier) haut Münte wieder kräftig auf die Pauke - das Konzert kann beginnen, Stichtag ist der 27. September 2009. 

Hier gehts zum Kommentar des Spiegels über Franz Müntefering.



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